…waren aufregend, anstrengend und doch schön. Obwohl es mir persönlich eigentlich kurz nach der Geburt gut ging, spielte mein Körper ganz schön verrückt. Ich konnte mich kaum bewegen, weder seitwärts, noch vernünftig aus dem Bett ein- und aussteigen und über den Krankenhausflur bin ich auch mehr gewatschelt, denn gegangen.
Gleich am Geburtstag noch abends gab es von der zuständigen Spätschwester eine Einweisung in die Krankenhausgepflogenheiten und eine Anleitung zum Stillen. Ich war in einem Dreibett-Zimmer zusammen mit einer Kaiserschnitt-Patienten, die ihr Kind nicht am Bett hatte, sondern in der Kinderstation und die Milch abpumpen musste. Ich noch völlig unter Adrenalin und total aufgeputscht, wollte natürlich (und das wurde vom OZK auch gefördert – 24h Rooming-In) mich selbst um das Kind kümmern, es anlegen usw. Nun ja, die Moral von der Geschicht, Moritz war sehr ungnädig, jammerte immer so vor sich hin und ich natürlich, damit die andere Patienten schlafen konnten, ihn herausgenommen, versucht zu trösten und seinem natürlichem Saugreflex nachzugeben und hab ihn dann ständig angelegt. Fazit, am nächsten Tage bereits fing die Brust an weh zu tun und einen Tag später hatte ich so wunde Brustwarzen, dass ich ihn nicht mehr anlegen wollte und konnte vor Schmerzen und deswegen die Milch abgepumpt habe. Vom Krankenhaus gab es zwar Salbe und ganz tolle Stilleinlagen aus Silikon, die schön kühlten, aber keine wirkliche Verbesserung brachten. So wurde ich dann am Valentinstag mit einer Stillempfehlung und 3 Mahlzeiten in Flaschen entlassen.
Ansonsten war es ziemlich chaotisch im Krankenhaus, der Tagesablauf passte nie zu den Wach- und Ruhezeiten vom Kleinen, so gab es Frühstück von 7-9, Mittagessen wurde gebracht gegen 12 Uhr und Abendbrot gab es ab 17.30 bis 199 Uhr, Frühstück und Abendbrot jeweils als Buffet. War sehr reichlich und lecker, aber meist wenn ich mit dem KLeinen fertig war, schon ziemlich geplündert. Zum Glück war Jens ja fast jeden Abend da und konnte mir was zu Essen holen, sodass ich mir auch noch ‘ne Stulle für Abends machen konnte, denn wie schon gesagt, konnte ich kaum aus demBett krauchen und hab meine Aktivitäten bis zur Toilette und zum Dienstzimmer der Schwestern beschränkt.
Gleich am ersten Werktag hiess es auf zur Rückbildungsgymnastik, die Kleinen mussten mitgenommen werdenund natürlich war meiner wieder am unruhigsten. Nicht nur, dass ich die Übungen sowieso nicht mitmachen konnte vor lauter Schmerzen, nein, ich hatte dann auch noch Moritz auf der Brust zur Beruhigung und eigentlich war es nur eine Plage. Die Übungen konnte ich sowieso nicht weiter verfolgen, auch zu Hause nicht, aber Hauptsache, man hat da unten mitgelegen und durch Anwesenheit geglänzt 
Sehr vorteilhaft fand ich den Service des Standesamtes. Man konnte im Krankenhaus die Geburtsurkunden fertig ma chen lassen, sodass ich zur Entlassung alle notwendigen Papiere für die Ämter zur Verfügung hatte.
Jens war mir eine sehr große Unterstützung. So oft es ging, kam er vormittags für 2 Stunden ins Krankenhaus, um mir mal den Kleinen abzunehmen, dass ich schlafen oder essen oder duschen konnte und auch abends blieb er so lange wie möglich, was mich natürlich trotzdem nicht davon abhielt, mich vor der ganzen langen Nacht zu fürchten, die ich allein mit dem Wurm verbringen würde, denn spätestens um 20 Uhr musste Jens dann auch gehen. Nunja, ihr wisst ja, wie nah ich am Wasser gebaut bin, also gab es Tränen und ich fühlte mich schrecklich allein. Meist jedoch war meine Angst unbegründet, denn Moritz gab sich mit Kuscheleinheiten auf Mamas Brust zufrieden und die Abpumperei klappte auch ganz gut mit den Pumpen aus dem Krankenhaus. Es war nur sehr anstrengend, mit dem Kind und die Pumpe umherzulaufen und vor allem wollte er immer dann trinken, wenn ich grad am pumpen war oder für eine sekunde mal die Augen zugemacht habe. Zum Glück hatte ich tolle Nachtschwestern, die Moritz dann mal für 2 Stunden ins Kinderzimmer mitnahmen, damit ich schlafen konnte.
Was mich ein bisschen gestört hatte, war, dass das Krankenhaus zwar völllig das Stillen unterstützt, jeodch die gesamten Schwestern jeweils eine andere Auffassung zum Stillverhalten hatten. Ich wusste nie, machst du es jetzt richtig, bist du im Rhythmus usw. Das führte dann auch zu der einen oder anderen Träne, zumal man ja anfangs noch ziemlich unbeholfen ist, auch mit dem Trockenlegen und so. Einer Nachtschwester dauerte es immer zu lange, weil ich Moritz zur Beruhigung mit zum Abpumpen genommen hatte und vor der Mahlzeit windeln wollte. War er natürlich sauber, dann pumpte ich 40 min ab, fütterte ihn gleich und natürlich hatte er dann so richtig die Hosen voll. Es war mittlerweile schon nachts um 1 und ich war kein Mensch mehr. Fazit war, sie meckerte rum mit mir, legte Moritz einzweidrei tocken und schickte mich tränenaufgelöst ins Bett mit der Androhung aber, mich in 2 Stunden wieder zum Pumpen zu holen. Boah, fand ich die doof, ich wollte mein Bestes geben und dann sowas, naja.
Mit Abstand betrachtet ist das alles nunmehr halb so wild, aber man ist ja hinterher erst schlauer 